"Boiling up the problem of violence" in childbirth?-an ethical viewpoint on medical professional responses to women's reports of mistreatment in childbirth
JournalArticle (Originalarbeit in einer wissenschaftlichen Zeitschrift)
 
ID 4596606
Author(s) Rost, Michael; De Clercq, Eva; Arnold, Louisa
Author(s) at UniBasel Rost, Michael
De Clercq, Eva
Year 2020
Title "Boiling up the problem of violence" in childbirth?-an ethical viewpoint on medical professional responses to women's reports of mistreatment in childbirth
Journal Ethik in der Medizin
Volume 32
Number 2
Pages / Article-Number 189-193
Abstract In den letzten Jahren berichteten mehr und mehr Frauen von Gewalt und Respektlosigkeit in der Geburtshilfe. Inzwischen hat sich auch die Forschung verstärkt dieses Themas angenommen. Prävalenzschätzungen sind jedoch aufgrund erheblicher methodischer Schwächen noch nicht hinreichend genau zu beziffern. Die Vielzahl und Vielfalt der bestehenden Forschungsergebnisse lassen dennoch den Schluss zu, dass es in der Geburtshilfe in fast allen Regionen der Erde regelmäßig zu Gewalt und Respektlosigkeit und damit zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Die Folgen reichen bis hin zu Posttraumatischen Belastungsstörungen, was nahelegt, dass dieser Missstand sowohl aus Menschenrechts-Gründen als auch aus Gründen der öffentlichen Gesundheit nicht übergangen werden darf. Daher ist es außerordentlich besorgniserregend, wenn geburtshilfliche Fachpersonen im Angesicht solcher Berichte und Forschung in einen Modus der Selbstverteidigung verfallen und die Erfahrungen der Frauen in Frage sowie Abrede stellen, anstatt zuvorderst mit Empathie (oder gar Mitgefühl) zu reagieren. Der vorliegende Text wendet sich einigen dieser (sich wechselseitig konstituierenden) Reaktionsmuster seitens geburtshilflicher Fachpersonen zu: (a) einem falsch verstandenen Objektivitätsanspruch und der mithin abwegigen Forderung, die subjektiven Erfahrungen der Frauen zu objektivieren, (b) einer leugnenden und herablassenden Wortwahl sowie (c) einer mangelnden Anerkennung des von den Frauen Geschilderten und einer aus berufsethischer Perspektive unzureichend fürsorglichen Haltung. Solcherlei Reaktionen sind nicht nur unzulässig, sondern lassen ebenjenen Respekt vermissen, den die betroffenen Frauen sich während der Geburt wünschten und dessen Abwesenheit sie verletzte oder gar traumatisierte. Schließlich sollten Gewalt und Respektlosigkeit in der Geburtshilfe sowie die beschriebenen Reaktionen darauf vor dem Hintergrund geschlechtsspezifischer Machtverhältnisse und Gewalt an Frauen generell diskutiert werden. [English abstract] It should be concerning that medical professionals’ responses to women’s reports of mistreatment in childbirth often, far too hastily, switch into a mode of self-defense. By denying and questioning these reports, healthcare professionals display supercilious attitudes towards women’s experiences and fail to show empathic concern for the psychological outcomes of such negative birth experiences. We want to challenge a few untenable response patterns by medical professionals.
Publisher Springer-Verlag
ISSN/ISBN 0935-7335 ; 1437-1618
edoc-URL https://edoc.unibas.ch/78601/
Full Text on edoc No
Digital Object Identifier DOI 10.1007/s00481-020-00569-z
ISI-Number WOS:000522908900001
Document type (ISI) Article
 
   

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17/01/2022