Gelingender Einsatz von Freiwilligen in der interprofessionellen Versorgung
Third-party funded project
Project title Gelingender Einsatz von Freiwilligen in der interprofessionellen Versorgung
Principal Investigator(s) von Schnurbein, Georg
Co-Investigator(s) Liberatore, Florian
Project Members Arnold, Nicholas
Organisation / Research unit Center for Philanthropy Studies (CEPS),
Center for Philanthropy Studies (CEPS) / Stiftungsmanagement (von Schnurbein)
Project start 01.05.2019
Probable end 31.05.2020
Status Completed
Abstract

Ausgangslage: Erfolgsfaktoren und Spannungsfelder beim Einsatz von Freiwilligen in der interprofessionellen Versorgung

Die interprofessionelle Zusammenarbeit (IPZ) im Gesundheitswesen setzt auf die Verbindung unterschiedlicher Fachdisziplinen, Expertisen und Erfahrungen von Fachpersonen, Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen sowie weiteren Beteiligten. Zur letzten Gruppe gehören auch Freiwillige. Freiwilligenarbeit (FWA) wird in der Schweiz von ca. einem Drittel der Bevölkerung geleistet und ist mit knapp 665 Mio. Stunden pro Jahr ein wesentlicher Faktor in der Leistungserbringung in Bereichen wie Sport, Sozialwesen, Kultur und Gesundheitswesen (Bundesamt für Statistik 2016). Helmig et al. (2010) schätzen, dass 31% der gesamten Arbeitskraft im Nonprofit Sektor von Freiwilligen getätigt wird. Volkswirtschaftlich ausgedrückt bedeutet dies, dass FWA rund 1.3% des BIP ausmacht (Helmig et al., 2010). Laut dem Freiwilligenmonitor 2016 sind die Einsatzbereiche von Freiwilligen sehr vielseitig und reichen von der Eventorganisation über Leitungsfunktionen und Fundraising bis hin zu Routinearbeiten. Aufgrund der Definition von Interprofessionalität sind Freiwilligeneinsätze im Rahmen dieses Projektantrags vor allem dort relevant, wo sie in Organisationen mit bezahlten Mitarbeitenden stattfinden. In einer Studie des Center for Philanthropy Studies (CEPS) wurde zwischen Freiwilligeneinsätzen in Organisationen mit und ohne bezahlten Mitarbeitenden unterschieden. 33,3% der erfassten Organisationen mit bezahlten Mitarbeitenden arbeiten im Gesundheitswesen, was auf das Potential der FWA in diesem Bereich verweist (Studer/ von Schnurbein 2013).

Beim Einsatz von Freiwilligen sind mehrere Perspektiven zu berücksichtigen. Aus Sicht der Patientinnen und Patienten bzw. Klientinnen und Klienten muss die Qualität der Leistungserbringung gewährleistet sein und darf nicht durch den Freiwilligeneinsatz beeinträchtigt werden. Aus Sicht der Organisation muss der Freiwilligeneinsatz zur effizienten Leistungserbringen beitragen und der Nutzen der Freiwilligen muss die Kosten für Koordination, Einsatzplanung und ggf. Qualifikation übersteigen. Aus Sicht der bezahlten Mitarbeitenden, die mit den Freiwilligen interagieren, muss die Arbeitsteilung sinnvoll und gerecht sein, damit sie sich in ihrer Aufgabenerfüllung anerkannt und respektiert fühlen. Für die Freiwilligen selbst ist die Bedeutsamkeit der Aufgabe und die Rückmeldung aus der Tätigkeit wichtig (Güntert 2013). Neben diesen verschiedenen Perspektiven ist auch der unterschiedliche Grad der Verflechtung innerhalb der IPZ zu berücksichtigen. Von einfacher Abstimmung über Verflechtung hin zu Ko-Kreation nimmt die Komplexität der Zusammenarbeit und damit auch der Koordinationsaufwand zu. Gleichzeitig entstehen dadurch neue Potenziale in der Leistungserbringung.

 

Projektziele

Ausgehend von den verschiedenen Perspektiven auf FWA in der IPZ sollen im Auftrag des BAG die spezifischen Einsatzmöglichkeiten von Freiwilligen untersucht werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um den Einsatz von Freiwilligen in der IPZ zu verbessern und Empfehlungen für verbesserte Rahmenbedingungen zu geben. Der Fokus des Projekts ist daher auf folgende Projektziele ausgerichtet:

  1. Eine Übersicht und Systematisierung der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Freiwilligen in der Gesundheitsversorgung zu erstellen.
  2. Eine stakeholderbezogene Analyse des Freiwilligeneinsatzes in der IPZ vorzunehmen und dadurch Chancen und Herausforderungen in der Umsetzung zu erkennen.
  3. Eine Überprüfung wesentlicher Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Freiwilligen in der IPZ durchzuführen und daraus Handlungsempfehlungen für Organisationen in der Gesundheitsversorgung abzuleiten.
  4. Empfehlungen abzugeben, wie der Bund fördernde Rahmenbedingungen für den Einsatz von Freiwilligen in der IPZ schaffen könnte.

 

 

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10/08/2020