"Der späte Nietzsche". Manuskriptedition des Nachlasses 1885-1889
Third-party funded project
Project title "Der späte Nietzsche". Manuskriptedition des Nachlasses 1885-1889
Principal Investigator(s) Thüring, Hubert
Project Members Röllin, Beat
Schmidt, Myriam
Steinbach, Dominique
Steiner, Christian
Stockmar, René
Ehrhardt, Eric
Organisation / Research unit Departement Sprach- und Literaturwissenschaften / Fachbereich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft
Project Website https://germanistik.philhist.unibas.ch/de/forschung/forschungsprojekte/ndl/der-spaete-nietzsche
Project start 01.04.2019
Probable end 31.12.2020
Status Active
Abstract

Das deutsch-schweizerische Editionsprojekt „Der späte Nietzsche“ veröffentlicht Friedrich Nietzsches Nachlass von Frühjahr 1885 bis Januar 1889 erstmals integral und manuskriptgetreu in differenzierter Transkription. Die Manuskriptedition erscheint seit 2001 als Abteilung IX im Rahmen der von Giorgio Colli und Mazzino Montinari begründeten Kritischen Gesamtausgabe der Werke (KGW). Von den geplanten dreizehn Bänden sind elf Bände, die die Edition der späten Aufzeichnungen in Heften umfassen, bereits publiziert (KGW IX 1-11): Notizhefte N VII 1-4, Arbeitshefte W I 3-8 und W II 1-10 sowie Aufzeichnungen aus diversen Heften; die Faksimiles der Manuskripte sind als Digitalisate zusammen mit einem Nachbericht jeweils auf CD-ROM beigegeben. Für die noch ausstehende Publikation der späten Aufzeichnungen, die auf losen Blättern in Mappen überliefert sind, ist zusätzlich eine neue, von Schweizer Seite aus entwickelte und betreute digitale Edition vorgesehen.Die besondere editionsgeschichtliche Bedeutung der Manuskriptedition des späten Nachlasses liegt in der Auflösung der von Editorenhand aus Nietzsches Nachlass kreierten Phantom-Texte, die seit dem Erscheinen von Der Wille zur Macht (1901 und 1906/11) in den Ausgaben herumgeistern und das Bild Nietzsches wesentlich geprägt haben und immer noch prägen. Auch die einem chronologisch-textgenetischen Mischprinzip folgende Edition der „Nachgelassenen Fragmente“ in KGW VII und VIII (1967ff.) beförderte noch die Wahrnehmung des Nachlasses als eines separaten Bestandes zusätzlicher, problemlos zitier- und interpretierbarer Nietzsche-Texte, die sich vom autorisierten Werk nur graduell zu unterscheiden schienen. Erst die Manuskriptedition vermag diese falsche Wahrnehmung zu korrigieren, indem sie einen neuen, unverstellten Blick auf die nachgelassenen Aufzeichnungen in ihrem typischen Notat- und Entwurfcharakter ermöglicht. Sie erschließt den späten Nachlass, auch viel bislang unbekanntes Textmaterial (Vorstufen, Varianten, Briefentwürfe, Gelegenheitsnotizen), gemäß der topologischen Anordnung der Aufzeichnungen und sie veranschaulicht Schreibprozess und Textgenese mit der Wiedergabe aller Korrekturvorgänge, Streichungen, Überarbeitungen usw. in einer auch editionsphilologisch neue Maßstäbe setzenden differenzierten Transkription.In fortgeschrittener Vorbereitung befindet sich die Edition der Mappen Mp XIV-XVIII. Die Publikation soll als Buchausgabe (KGW IX 12-13) und auf „Nietzsche Online“ im Verlag Walter de Gruyter erfolgen sowie neu als Onlineausgabe in Kooperation mit der „Nationalen Infrastruktur für Editionen“ (NIE-INE) an der Universität Basel. Die neu konzipierte digitale Edition hat zum Ziel, die losen Einzelblätter mit sämtlichen editorischen Informationen sowohl als Faksimile wie auch in der differenzierten Transkription je einzeln wie auch in einer synoptischen Darstellung in elektronischer Form offen zugänglich („Open Access“) und langfristig verfügbar sowie zitier-, durchsuch- und auswertbar zu machen. Neben der für die Printausgabe maßgeblichen archivalischen Ordnung lassen sich die Manuskripte in der digitalen Edition auch in editorisch rekonstruierten Anordnungen anzeigen. Durch Verlinkung der entsprechenden Stellen werden die textgenetischen Querverweise zu den Abschreibprozessen unmittelbar in die Manuskriptedition integriert. Optional ist die digitale Edition erweiter- und ausbaubar sowie mit anderen Projekten vernetzbar.

Keywords Nietzsche; Nachlass; Manuskriptedition; Digitale Edition; Schreibprozess; Textgenese
Financed by Swiss National Science Foundation (SNSF)
Follow-up project of 1380077 "Der späte Nietzsche". Manuskriptedition des Nachlasses 1885–1889
3243484 "Der späte Nietzsche". Manuskriptedition des Nachlasses 1885–1889
   

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10/08/2020