Der Geist des digitalen Kapitalismus. Eine Analyse der normativen Grundlagen unternehmerischen Handelns in der digitalisierten Ökonomie
Third-party funded project
Project title Der Geist des digitalen Kapitalismus. Eine Analyse der normativen Grundlagen unternehmerischen Handelns in der digitalisierten Ökonomie
Principal Investigator(s) Nachtwey, Oliver
Co-Investigator(s) Lauer, Gerhard
Project Members Kalbermatter, Jacqueline
Truffer, Johannes
Organisation / Research unit Departement Gesellschaftswissenschaften / Sozialstrukturanalyse (Nachtwey)
Project start 01.10.2018
Probable end 30.09.2020
Status Active
Abstract

Das Forschungsprojekt zielt darauf, den „Geist des digitalen Kapitalismus” und die damit verbundenen normativen Handlungsorientierungen sowie die sozialen Praktiken systematisch zu untersuchen. Für die digitale Transformation erfüllen Unternehmen aus dem Silicon Valley (USA) die Funktion eines Role Models, an dem sich Digitalisierungsstrategien weltweit orientieren. Die Visionen und Ideen der Pioniere des Silicon Valley entfalten weiterhin eine hohe Strahlkraft; als handlungsleitende normative Orientierungen finden sie Einzug in die soziale Praxis und die Vorstellungen des „richtigen” wirtschaftlichen Handelns im Kontext der Digitalisierung. Um die übergeordneten Ideen und Visionen und ihre Wirkung fassen zu können, fragt das Forschungsprojekt sowohl nach deren Konturen als auch nach der Umsetzung dieser Ideen in der Schweizer Wirtschaft, um u.a. Aussagen über zukünftige institutionelle und wirtschafts-kulturelle Pfade der Digitalisierung treffen zu können. Diese sind besonders für den Umgang mit der Digitalisierung in der Schweizer Wirtschaft relevant. Hierfür ist es notwendig, kollektive handlungsleitende Bezugspunkte zu identifizieren und Problemlagen zu analysieren, die sich aus der Vermittlung zwischen den übergeordneten Ideen der digitalen Technologisierung und deren praktischer Umsetzung ergeben.

Theoretisch liegt dem Forschungsvorhaben die Soziologie der Rechtfertigung (Boltanski und Thévenot 2007) zugrunde. Um sowohl die übergeordneten normativen Bezugspunkte als auch deren Interaktion mit der sozialen Praxis angemessen erfassen zu können, wählen wir ein zweischrittiges, methodenplurales und interdisziplinäres Forschungsdesign. In Zusammenarbeit mit dem Digital Humanities Lab der Universität Basel (Projektpartner: Gerhard Lauer) wird zunächst ein eigens zusammengestellter Datenkorpus von rund 400 Texten (Zugang über Nationalbibliotheken) erstellt und anschließend computergestützt ausgewertet. Um die Visionen und Ideen, wie sie in programmatischen Texten der Pioniere des Silicon Valley und in den daran anschließenden Managementliteraturen formuliert werden, erschöpfend zu erfassen, sollen die Texte mit linguistischen Vorgehensweisen formal und inhaltlich analysiert werden. Dieser erste Schritt zielt auf die Typologisierung der aggregierten Glaubenssätze, die den digitalen Wandel grundieren und stützen. Daran anschließend steht in einem zweiten Schritt die Untersuchung der Umsetzung dieser Vision in der konkreten sozialen Praxis im Vordergrund. Hiermit ist das Ziel verbunden, systematische Erkenntnisse über die alltäglichen Praktiken und Problemlagen zu erlangen, mit denen Schweizer Wirtschaftsakteure im Kontext der Digitalisierung konfrontiert sind (transnationale Internetkonzerne, Tech-Startups, Bitcoin-Unternehmen).

Keywords Wirtschaftssoziologie; Silicon Valley; Digitalisierung; Geist des Kapitalismus; Normative Orientierung
Financed by Swiss National Science Foundation (SNSF)
   

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14/08/2020