Diskriminierung Suchtkranker im Strafvollzug
ConferencePaper (Artikel, die in Tagungsbänden erschienen sind)
 
ID 4214043
Author(s) Elger, Bernice Simone
Author(s) at UniBasel Elger, Bernice Simone
Year 2017
Title Diskriminierung Suchtkranker im Strafvollzug
Editor(s) Bischof, Gallus; Missel, Peter; Thomasius, Rainer
Book title (Conference Proceedings) Das Stigma von Suchtkrankheiten verstehen und überwinden
Volume Volume 18
Place of Conference Lübeck, Deutschland
Year of Conference 2017
Publisher Georg Thieme
Place of Publication Stuttgart
ISSN/ISBN 1439-9903 ; 1439-989X
Abstract Einleitung: Die Behandlung von Suchterkrankungen im Strafvollzug bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich. In den meisten Gefängnissen liegt der Anteil von Personen mit Suchterkrankungen und Missbrauch von Drogen oder Medikamenten bei mindestens einem Drittel aller Insassen. Ca. 80% der Gefangenen konsumieren Tabak und/oder Cannabis. Trotz strenger Kontrollen sind in fast allen Gefängnissen illegale Drogen und Medikamente im Umlauf. Methodik: Es wird eine Analyse der rechtlichen, ethischen und lösungsorientierten medizinischen Aspekte anhand von Fallbeispielen durchgeführt. Ergebnisse und Schlussfolgerung: Internationales Recht schreibt vor, dass medizinisches Personal und Aufsichtspersonen das Prinzip der Äquivalenz respektieren: Suchtpatienten haben Anrecht auf eine Behandlung ihrer Krankheit, die äquivalent zur Behandlung von Suchterkrankungen außerhalb des Gefängnisses ist. Da Diskriminierung und Stigmatisierung dazu führen können, dass Erkrankungen verheimlicht und/oder unzureichend behandelt werden, birgt ein solches diskriminierendes Verhalten nicht nur Risiken für die Gesundheit der Suchtpatienten, sondern auch zusätzlich public health Risiken durch die Gefährdung von Drittpersonen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn im Gefängnis mit HIV oder Hepatitis infizierte Spritzen getauscht werden oder ein nicht ausreichend behandelter Entzug von abhängig machenden Substanzen zu aggressivem Verhalten gegenüber Mitgefangenen oder Personal führt. In diesem Beitrag werden die Erfahrungen aus 15 Jahren Gefängnismedizin an der Universität Genf vorgestellt, wie die Diskriminierung Suchtkranker im Strafvollzug vermieden oder mindestens so weit als möglich eingeschränkt werden kann.
Series title Suchttherapie
Number S01
edoc-URL https://edoc.unibas.ch/63220/
Full Text on edoc No
Digital Object Identifier DOI 10.1055/s-0037-1604527
 
   

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18/08/2022