Dissertation Elias: Der ethnographisch-anthropologische Blick: Photographie und die visuelle Entdeckung Zentralasiens im späten Zarenreich
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Project title Dissertation Elias: Der ethnographisch-anthropologische Blick: Photographie und die visuelle Entdeckung Zentralasiens im späten Zarenreich
Principal Investigator(s) Schenk, Frithjof Benjamin
Project Members Elias, Laura
Organisation / Research unit Departement Geschichte / Osteuropäische Geschichte (Schenk),
Departement Geschichte / Osteuropäische und neuere Geschichte (Haumann)
Project Website https://bgsh.geschichte.unibas.ch/projekte/projekt-detail/?L=1%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C%2C0%2C&tx_bgshprojectsext_projects%5Bproject%5D=47&tx_bgshprojectsext_projects%5Baction%5D=show&tx_bgshprojectsext_projects%5Bcontroller%5D=Project&cHash=7f823954ca95387769e3
Project start 01.05.2012
Probable end 30.07.2019
Status Completed
Abstract

Die Dissertation ist Teil des Projekts "Russlands Aufbruch in die Moderne. Technische Innovation und die Neuordnung sozialer Räume im 19. Jahrhundert" unter der Leitung von Prof. Dr. Benjamin Schenk.

Das 19. Jahrhundert war ein Zeitalter der technischen und wissenschaftlichen Innovation. Besonderer Popularität unter den Erfindungen jener Epoche erfreute sich die Photographie: Mithilfe des neuen Mediums ließ sich nicht nur ein anschauliches Bild von den Gesellschaften der europäischen Metropolen entwerfen, sondern auch von den überseeischen Kolonien und ihren indigenen Bewohnern. Photographien schienen ganz besonders geeignet, um visuelle Einblicke in exotische Welten zu liefern und das Verlangen der Europäer nach Wissen über fremde Völker und Kulturen zu bedienen.

Auch in Russland geriet die Auseinandersetzung mit dem Eigenen und Fremden zunehmend in den Fokus der imperialen Öffentlichkeit. In der zweiten Jahrhunderthälfte begannen russische Photopioniere, die imperialen Randgebiete zu bereisen und die beeindruckende Diversität der indigenen Bevölkerung zu dokumentieren. Gegenüber ihren westeuropäischen Kollegen hatten die russischen Photographen einen klaren Vorteil: Auf ihrer Suche nach „exotischen“ Motiven brauchten sie keine Ozeane zu überqueren, denn „Russlands Orient“ begann im kontinentalen Vielvölkerimperium nur einige Tagesreisen südöstlich von Moskau.

Das Dissertationsprojekt „Der ethnographisch-anthropologische Blick: Photographie und die visuelle Entdeckung Zentralasiens“ beschäftigt sich mit der Frage nach der visuellen Inszenierung der indigenen Völker Zentralasiens im Russländischen Imperium. In diesem Zusammenhang soll untersucht werden, inwiefern Bilder zur Konstruktion ethnischer Identitäten und Herstellung ethnographischen Wissens benutzt wurden und inwiefern die Photographie als Strategie zur Erforschung und Aneignung des Fremden diente. In welchem Maße sich die visuelle Inszenierung des Fremden mit der Erfindung der Photographie veränderte und welche Besonderheiten sich hinsichtlich der photographischen Darstellung für den russischen imperialen Kontext konstatieren lassen, wird anhand verschiedener Bildmedien und Verwendungskontexte analysiert.

Während sich der erste Teil mit der Tradition der ethnographischen Skizzen auseinandersetzt und die Kontinuitäten und Brüche in der visuellen Darstellung nicht-russischer Völker vor und nach Erfindung der Photographie verfolgt, richtet sich der Fokus im zweiten Teil auf die Herstellung und Verwendung photographischer Bilder in den neuen wissenschaftlichen Disziplinen der Ethnographie und physischen Anthropologie. Im abschließenden dritten Teil wird nach der Verwendung und Wirkung ethnographischer Bilder über die Grenzen der Wissenschaft hinaus gefragt und Publikationen wie Reiseführer, Enzyklopädien und Postkarten bezüglich ihrer Darstellung der asiatischen Peripherie des Imperiums analysiert.

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14/08/2020