Conrad Gessner, De rerum fossilium ... Liber. Einleitung, Übersetzung und Anmerkungen
Third-party funded project
Project title Conrad Gessner, De rerum fossilium ... Liber. Einleitung, Übersetzung und Anmerkungen
Principal Investigator(s) Harich-Schwarzbauer, Henriette
Co-Investigator(s) Leu, Urs
Etter, Walter
Project Members Schierl, Petra
Organisation / Research unit Departement Altertumswissenschaften / Lateinische Philologie (Harich-Schwarzbauer)
Project start 01.04.2015
Probable end 30.09.2016
Status Completed
Abstract

Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, die wissenschaftshistorisch und kulturwissenschaftlich bedeutende Schrift De rerum fossilium, lapidum et gemmarum maxime, figuris et similitudinibus des Zürcher Universalgelehrten Conrad Gessner (1516–1565) erstmals ins Deutsche zu übertragen und für die Forschung so verschiedener Disziplinen wie der Paläontologie, der Archäologie, der Geschichte oder der Bildwissenschaft zu erschliessen.

Die Schrift ist Teil des von Gessner herausgegebenen Sammelbandes De omni rerum fossilium genere (1565), der mehrere Studien zur Fossilienkunde enthält, wobei der Begriff „res fossiles“ alles bezeichnet, was sich unter der Erde findet. Gessner behandelt in seinem Werk mehr als 400 Objekte, besonders Steine und Edelsteine, aber auch über 50 Fossilien im heutigen Sinne, d.h. versteinerte Reste von Lebewesen, welche man damals grösstenteils noch nicht als solche erkannte. Bereits 1546 war in Basel die Schrift De natura fossilium von Georgius Agricola (1494–1555) gedruckt worden. Gessner setzt sich mit dem Werk seines Vorgängers auseinander, hebt sich davon aber gerade durch seinen formalen Ansatz und sein Bemühen um Anschaulichkeit ab, das sich in detailtreuer Beschreibung und in zahlreichen Holzschnitten niederschlägt. Die Abbildungen von Objekten aus der Sammlung von Gessner und seinen Korrespondenzpartnern stellen auf dem Gebiet der damaligen Fossilienforschung eine Innovation dar. Sie zeigen, dass die Erforschung der Natur für Gessner nicht allein im Rückgriff auf antike Texte besteht, sondern in der Anschauung gründet.

Auch WissenschaftlerInnen mit Lateinkenntnissen erschliesst sich Gessners Abhandlung nur schwer, weil Gessner eine fachsprachliche Terminologie verwendet und Gegenstände behandelt, die heute verschiedenen Disziplinen zugeordnet werden; zudem sind gerade die nuancierten Objektbeschreibungen sprachlich äusserst voraussetzungsreich. In Zusammenarbeit von philologischer und naturwissenschaftlicher Seite soll deshalb eine Übersetzung der Schrift erstellt werden, die Teil einer Faksimile Ausgabe ist und zudem ein Glossar und Anmerkungen zur fachwissenschaftlichen Terminologie sowie zu historischen Personen und Werken enthält. Die Übersetzung wird die Grundlage dafür bieten, Gessners Schrift De rerum fossilium ... in einer ihrer Bedeutung angemessenen Weise in die aktuelle Forschung auf disziplinärer und interdisziplinärer Ebene einzubeziehen.

 

 

Keywords Gessner Conrad, history of fossils; translation and commentary
Financed by Swiss National Science Foundation (SNSF)
   

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15/12/2018