Reallabore vernetzen, verstehen, verstetigen (Begleitforschung Reallabore BaWü)
Third-party funded project
Project title Reallabore vernetzen, verstehen, verstetigen (Begleitforschung Reallabore BaWü)
Principal Investigator(s) Di Giulio, Antonietta
Defila, Rico
Organisation / Research unit Departement Umweltwissenschaften / Mensch Gesellschaft Umwelt MGU,
Departement Umweltwissenschaften / Aquatische Ökologie (Holm)
Project start 01.01.2015
Probable end 30.03.2019
Status Active
Abstract

Um die Hochschulen in Baden-Württemberg in ihrem Beitrag für Nachhaltige Entwicklung zu stärken, hat die Landesregierung im Rahmen des Innvoations- und Qualitätsfonds ein Förderprogramm zur Einrichtung sogenannrer Reallabore beschlossen. Die Reallabore für eine Forschung für Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg (BaWü-Labs) dienen verschiedenen Zielen: Die Einrichtung der BaWü-Labs an Hochschulen etabliert systematische Ko­operationen von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu nachhaltigkeitsrele­vanten Themen, zu deren Bearbeitung ein inter- und transdisziplinäres Vorgehen erforderlich ist ("Co-Design" und "Co-Production"). Sie sind ein Beitrag der Hochschulen und weiteren Forschungsein­richtungen zu einer Nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft. BaWü-Labs ermöglichen die Förde­rung von Kompetenzen in den Bereichen "Bildung und Nachhaltige Entwicklung" (BNE) und "inter- und transdiziplinäres Arbeiten" bei Studierenden und Mitarbeitenden in verschiedenen Forschungs- und Lehrdesigns und sind eine Plattform für die Genese und methodisch stimmige Durchführung fach- und fakultätsübergreifender Projekte unter Nutzung der Expertise aus Wissenschaft und Praxis.

Die Anforderungen an Reallabore sind hoch. Die Prozesse des re­kursiven Lernens zur Erreichung realexperimenteller Ziele sind anspruchsvoll, und eine sozial und wissenschaftlich robuste Gestaltungsstrategie muss aktiv verfolgt werden. Reallabore wie die BaWü-Labs benötigen daher eine langfristig angelegte professionelle Basis. Dazu gehören geeignete strukturell-organisatorische Rahmenbedingungen in der Hochschule ebenso wie ein entsprechendes Team, das die An­forderungen erfüllen kann, wie sie namentlich aus der Forschung zum Management inter- und trans­disziplinärer Forschung bekannt sind. Die BaWü-Labs sollen sich zudem für den konzeptionellen und methodischen Austausch und das gegenseitige Lernen sowohl untereinander als auch überregional und international vernetzen.

Hier setzt das Begleitforschungsprojekt zu den Reallaboren an, indem es für die aus Wissenschaft und Praxis stammenden Verantwortlichen der BaWü-Labs einen moderierten Rah­men für den Erfahrungsaustausch, für das wechselseitige und gemeinsame Lernen und für die Ver­gemeinschaft und Generalisierung der Erfahrungen und Einsichten bereitstellt. Die Begleitforschung (BF) nimmt dabei eine "inhaltsreiche Moderation" wahr, d.h. sie gestaltet den kognitiven und methodischen Prozess und steuert gleichzeitig auch inhaltliche Beiträge bei. Zum Ersten soll durch die BF die Verbesserung der Prozesse in den einzelnen BaWü-Labs, insbesondere im Hinblick auf einen gelin­genden Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis, unterstützt werden. Zum Zweiten wird mithilfe der BF das in den BaWü-Labs entstehende Erfahrungswissen so aufbereitet und validiert, dass als Ergebnis des Förderprogramms verallgemeinerbare Aussagen zu förderlichen Strukturen, Erfolgsbedingungen und Gütekriterien für Reallabore resultieren. Die BF arbeitet auf zwei Ebenen mit den BaWü-Labs (Gesamtgruppe der Labs, individuelle Labs). Die BF hat damit in erster Linie die Verstärkung von Synergie und Diffusion im Förderprogramm zum Ziel. Zudem untersucht sie begleitend die Prozesse in den BaWü-Labs (ohne diese zu evaluieren). Die BF geht inhalts- und integrationsorientiert vor. Methodisch setzt sie auf Gruppendiskussionen mit den Verantwortlichen der BaWü-Labs aus Wissenschaft und Praxis. Dafür in­stalliert sie ein "Diskussionsforum BaWü-Labs" für die Gesamtgruppe, das sich in besonderer Weise zur Er­arbeitung gemeinsamer Ergebnisse eignet. Speziell zur "Co-Production" von Wissen führt sie basierend auf einschlägigen Vorarbeiten auch Gruppendiskussionen mit den einzelnen BaWü-Lab-Teams vor Ort durch und validiert deren Ergebnisse im DiFo. Zur kontextspezifi­schen Stärkung bietet sie bedarfsorientiert eine indivi­duelle Beratung und Unterstützung der BaWü-Labs an. Die Ergebnisse der BF richten sich, zielabhängig, teils an die einzelnen BaWü-Labs selbst, teils an Hoch­schulen, Förderorganisationen und Politik, teils an die transdisziplinäre Forschungspraxis, teils an die Com­munities, die Transdisziplinarität beforschen. Das BF-Team Basel arbeitet eng mit einem zweiten Begleitvorhaben, einem Konsortium bestehend aus Leuphana Universität Lüneburg, ISOE und Wuppertal Institut, zusammen.

Die BF strebt folgende Ergebnisse an:

  • Verstetigung: Kontextspezifische Stärkung der einzelnen BaWü-Labs
  • Methodologie: Hinweise zur Gestaltung der Prozesse in Reallaboren
  • Förderung: Wissenschaftspolitische Empfehlungen für Reallabore
  • Epistemologie: Erkenntnisse zu "Co-Design" und "Co-Production" von Wissen
  • Bildung: Stärkung der Reallabore als Lernorte einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Keywords Sustainability, interdisciplinarity, transdisciplinarity, science studies
Financed by Foreign Governmental Research Agencies
Public Administration

Cooperations ()

  ID Kreditinhaber Kooperationspartner Institution Laufzeit - von Laufzeit - bis
3395645  Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta  Bergmann, Matthias, Prof. Dr.  Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt  01.01.2015  31.12.2017 
3395661  Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta  Lang, Daniel, Prof. Dr.  Leuphana Universität Lüneburg  01.01.2015  31.12.2017 
3395668  Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta  Stelzer, Franziska, Dr.  Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie  01.01.2015  31.12.2017 
   

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19/11/2017