Archäologische Prospektionen im Kanton Obwalden : Vorbericht zur Kampagne 2012
JournalArticle (Originalarbeit in einer wissenschaftlichen Zeitschrift)
 
ID 1877008
Author(s) Nagy, Patrick; Schwarz, Peter-Andrew
Author(s) at UniBasel Nagy, Patrick
Schwarz, Peter-Andrew
Year 2013
Title Archäologische Prospektionen im Kanton Obwalden : Vorbericht zur Kampagne 2012
Journal Jahrbuch Archäologie Schweiz
Volume 96
Pages / Article-Number 152-164
Keywords Giswil, Lungern, Sarnersee, Brünigpass, Neolithikum, Bronzezeit (BzB-C1), Römische Epoche, Mittelalter, Neuzeit, Numismatik, Geoarchäologie, Luftbildprospektion, Tauchprospektion, Bohrsondierung, Kartierung
Abstract Die anlässlich der Prospektionskampagne 2012 in Lungern- Bürglen und Lungern-Balmiswald erzielten Resultate sind äusserst vielversprechend. Sie bezeugen mit aller Deutlichkeit die Bedeutung des vielgestaltigen Gebiets zwischen dem Lungernsee und dem Brünigpass in den prähistorischen und historischen Epochen – sowohl als Siedlungsgebiet wie auch als Zugang zu einem wichtigen Passübergang zwischen der Innerschweiz und dem Berner Oberland an der Nord-Süd-Achse über die Alpen. Besonders hervorzuheben sind die insgesamt neun Münzfunde aus der näheren Umgebung der alten Passstrasse über den Brünig (Lungern- Balmiwald), darunter zwei römische Prägungen, sowie der Fund einer mittelbronzezeitlichen Knopfsichel und eines jungneolitischen Flachbeils aus Kupfer(?). Die invasive Prospektion im Bereich einer vermuteten prähistorischen Siedlung in Lungern-Bürglen lieferte hingegen keine eindeutigen Hinweise auf eine Besiedlung bzw. eine anderweitige intensive oder länger andauernde Nutzung der Flur Uf der Bürglen in früheren Epochen. Der Fund eines kleinen Keramikfragments sowie einiger fingernagelgrosser Tonartefakte (Keramik? Fachwerklehm? Ziegel?) lässt es jedoch als sinnvoll erscheinen, zwei gut stratifizierte Holzkohleproben einer C14-Analyse zu unterziehen. Sehr bewährt hat sich im konkreten Fall die Durchführung von Bohrsondierungen. Sie ermöglichten einerseits eine rationelle und mehr oder weniger flächendeckende Analyse der auffälligsten Geländeanomalien und Sedimentfallen in der Flur Uf der Bürglen und lieferten andererseits die Entscheidungsgrundlage für das Anlegen eines Sondierschnitts. Des Weiteren hat sich gezeigt, dass sich mit Hilfe von sorgfältig dokumentierten Bohrkernen viele wertvolle Informationen gewinnen lassen – auch wenn in unserem Fall die Bohrungen und der Sondierschnitt S1 vor allem bodenkundliche und geologische Aufschlüsse geliefert haben. In den nächsten Jahren sollen die Geländebegehungen in weiteren, noch nicht untersuchten Gebieten in Obwaldner Gemeinden mit archäologischem Potenzial weitergeführt werden, damit die ersten Funde und Befunde in einen grösseren räumlichen und kulturgeschichtlichen Rahmen eingeordnet werden können. Gleichzeitig möchten wir ausgewählte, für menschliche Aktivitäten besonders geeignete Stellen mit Hilfe von Sondierungen genauer untersuchen.
Publisher Archäologie Schweiz
ISSN/ISBN 1661-8394
edoc-URL http://edoc.unibas.ch/dok/A6348142
Full Text on edoc Available
Digital Object Identifier DOI 10.5169/seals-392497
Additional Information Note: Additional Publication or Translation in: Jahresheft Kultur und Denkmalpflege in Obwalden 8, 2014, 48-61
 
   

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11/08/2020