Bossenstil in der Architektur des Hellenismus und der Kaiserzeit.
Third-party funded project
Project title Bossenstil in der Architektur des Hellenismus und der Kaiserzeit.
Principal Investigator(s) Grawehr Sommerer, Matthias
Organisation / Research unit Departement Altertumswissenschaften / Klassische Archäologie (Guggisberg)
Project start 01.08.2012
Probable end 31.07.2013
Status Completed
Abstract

Zahlreiche antike Gebäude sind in einem unfertigen Zustand überliefert. Die Gründe für die Unfertigkeiten sind teilweise in besonderen historischen Umständen zu suchen, die eine Fertigstellung der Bauten verhinderten. Oftmals beliessen die Architekten den Bauschmuck aber auch absichtlich unfertig. Die abgestufte Verwendung von bossierten oder fertigen Formen diente ihnen einerseits zu einer Gewichtung einzelner Gebäudeteile oder -ansichten, andererseits entwickelten sie auch ein rein äusserliches Interesse am ästhetischen Reiz, der sich aus dem spannungsvollen Aufeinandertreffen von rohen Blöcken und dem zart ausgestalteten Ornament ergab. In gewissen Epochen und Regionen entwickelte sich die nahezu ausschliessliche Verwendung von Bossenformen gar zum verbindlichen Zeitstil. Von der im Klassizismus verwurzelten Forschung wurde dieses Phänomen des Bossenstils lange Zeit kaum ernst genommen. Noch heute fehlt für seine wichtigsten Blütephasen in hellenistischer und römischer Zeit eine systematische Zusammenstellung des Materials und eine grundlegende Bewertung. In einer Sichtung der vorkommenden Typen unfertigen Baudekors, der Klärung der Terminologie und vor allem der Würdigung des Bossenstils im architekturhistorischen Kontext soll der antiken Kunst- und Baugeschichte mit dem Habilitationsprojekt ein Kapitel hinzugefügt werden, das auch für die Architektur der Neuzeit, die ebenfalls zahlreiche Varianten des Bossenstils kannte, relevant ist.

Keywords Architekturgeschichte, Bauornamentik, Hellenismus, römische Kaiserzeit
Financed by University of Basel
   

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18/08/2022