Grünigkeiten. Bürgerliche Pflanzenbegeisterung im 18. Jahrhundert (ca. 1700-1830)
Third-party funded project
Project title Grünigkeiten. Bürgerliche Pflanzenbegeisterung im 18. Jahrhundert (ca. 1700-1830)
Principal Investigator(s) Ruppel, Sophie
Organisation / Research unit Departement Geschichte / Geschichte der frühen Neuzeit (Opitz-Belakhal)
Project Website http://www.hist.unibe.ch/content/forschungsprojekte/doinghouseandfamily/index_ger.html
Project start 01.09.2012
Probable end 01.10.2013
Status Completed
Abstract

Das Projekt ist ein Teilprojekt des Sinergia-Projektes "Doing House and Family" im Subprojekt 3 "Knowledge Production and Communication"

Pflanzen bilden die materielle Grundlage jeglicher menschlichen Kultur. Das in der Gesellschaft existierende Wissen um die Pflanzen, die ihnen zugeschriebenen Bedeutungen und die Umgangsweisen mit Pflanzen jedoch variieren von Epoche zu Epoche.

Die Frühe Neuzeit stellt in dieser Hinsicht eine besondere Zeit des Wandels dar: Einerseits formiert sich die moderne Naturwissenschaft und richtet in experimentell-beobachtenden Zugängen zur Natur einen neuen Blick auf die Natur. Andererseits erfährt die Natur, die ihre Bedrohlichkeit teilweise eingebüsst hat, eine Romantisierung innerhalb jener Bevölkerungsschichten, die sich zunehmend in urbanisierten Lebensformen bewegen. In der bürgerlich-aufklärerischen Gesellschaft entwickeln sich - so die These - neue Formen des Pflanzenwissens und neuartige Moden der Pflanzenbegeisterung. Die Beschäftigung mit Pflanzen, die Pflanzenpflege und botanische Aktivitäten werden in dieser Zeit ein Teil bürgerlichen Selbstverständnisses. Auf der Ebene des alltäglichen Umgangs mit Pflanzen drückt sich der neue Bezug zur Pflanze beispielsweise in der neu aufkommenden "Zimmergärtnerei" aus, die nicht zuletzt die bürgerliche Hochschätzung des "Häuslichen" verdeutlicht. Diese Pflanzenbegeisterung erlebt im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert ihren "Take-Off" und reisst breite, wissens- und naturbegeisterte Bildungsbürger(innen) mit sich. Sie schlägt sich nieder in Anleitungen zum "Botanisieren" (zum Sammeln, Trocknen und Ordnen von Pflanzen), in Zeitschriftendebatten um das "Wesen und Leben" der Pflanzen, in Traktaten zum moralischen Nutzen der Pflanzen oder auch in einschlägigen Handbüchern zu regionalen Floren, die dem Pflanzensammler zur Verfügung stehen.  Erstaunlicherweise lassen sich aber gerade in "populären" Schriften zur Pflanzen dabei ganzheitliche Sichtweisen der Natur aufzeigen, die ökologisches Wissen der Frühen Neuzeit beschreiben und weiterentwickeln.

Somit bearbeitet das Projekt beispielhaft das unerforschte Gebiet der Beziehung von Mensch und Pflanze in der Geschichte und leistet auch einen Beitrag zur Ausweitung der ökologiegeschichtlicher Fragestellungen auf die Frühe Neuzeit.

Keywords Historische Anthropologie, Ökologiegeschichte, Wissensgeschichte
Financed by University of Basel
   

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24/08/2019