Sprachkontakt in keltischen und germanischen Inschriften an der Peripherie lateinischer Epigraphik
Third-party funded project
Project title Sprachkontakt in keltischen und germanischen Inschriften an der Peripherie lateinischer Epigraphik
Principal Investigator(s) Roost, Juliana
Organisation / Research unit Departement Altertumswissenschaften / Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft (Wachter)
Project start 01.03.2015
Probable end 28.02.2019
Status Completed
Abstract

Die Erforschung von Multilingualismus und Sprachkontakt in historischen Sprachstufen hat in den letzten Jahren sehr an Zuwachs gewonnen. Die Forschung konzentriert sich jedoch bisher auf den Mittelmeerraum. Das Gallische wurde vor allem im Kontakt mit dem Griechischen und zum Teil mit dem Latenischen, das Germanische nur in Ansätzen behandelt. In der nördlichen und nordwestlichen Peripherie des lateinischen Einflussbereiches besteht noch Forschungsbedarf. Von der Eroberung Galliens durch Rom bis zum Tod der gallischen Sprache um die Mitte des ersten Jahrtausends war die Sprachsituation in Gallien von lateinisch-gallischem Bilingualismus bestimmt. Obwohl Latein die Sprache des öffentlichen Lebens war, wurde auch gallisch geschrieben, neu in lateinischer anstatt griechischer Schrift. Die Runeninschriften des älteren Futharks entstanden zwar nicht aus einem so intensiven Bilingualismus, dennoch zeigen sie vereinzelt, oder in bestimmten Ausprägungen, wie den Brakteaten, den Einfluss der lateinischen Schriftlichkeit auf die germanische. Im Fokus der Arbeit stehen folglich die gallischen Inschriften in lateinischer Schrift und die germanischen Inschriften im älteren Futhark. Ebenfalls miteinbezogen werden die einzigen bekannten altkeltischen Inschriften in lateinischer Schrift aus Britannien, zwei Texte aus Bath.Die ältere Forschung konzentrierte sich vor allem auf die sprachlichen Inhalte der Inschriften. Die jüngere Forschung behandelt den soziolinguistischen Kontext, Fragen der sprachlichen Identität und die historische Sprachkontaktsituation. Ein interdisziplinärer Ansatz, der beides durch eine Arbeitsweise nah am sprachlichen Material und unter Zuhilfenahme der kontextuellen Informationen vereint, erscheint vielversprechend. Am Anfang des Arbeitsprozesses steht ein struktureller Vergleich der Inschriften, die in Texttypen (beispielsweise Weihinschrift oder Herstellerinschrift) eingeteilt werden sollen. Innerhalb dieser Kategorien ist es möglich, nicht nur Einflussbereich auf graphematischer und morphologischer Ebene, sondern innerhalb einer Textsorte auch in Syntax und Phraseologie zu identifizieren. Texte, welche sich nicht in eine grössere Kategorie einteilen lassen, werden für das Korpus nicht berücksichtigt. Durch die Betrachtung der Inschriften in ihrem typologischen, soziolinguistischen und kulturhistorischen Kontext sollen so neue Erkenntnisse über die Schriftkultur und den Schriftgebrauch in der nordwestlichen Kontaktzone der lateinischen, germanischen und keltischen Sprachen gewonnen werden.

Keywords Sprachkontakt; Inschriften; Altkeltische Sprachen; Altgermanische Sprachen; historisch-vergleichende Sprachwissenschaft; Multilingualismus
Financed by Swiss National Science Foundation (SNSF)
   

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14/08/2020